Wappen des Bundeslandes Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein


Beschreibung

Lange bevor die Herzogtümer Schleswig und Holstein per Bindestrich geeint wurden, entstanden die Symbole für die beiden Landesteile. Schleswig übernahm die Löwen des dänischen Lehnsherren. Drei davon zieren noch heute das Staatswappen unseres nördlichen Nachbarn. Als Zeichen, daß die Schleswiger Löwen nur für einen Teil des Königreiches standen, wurde ein im Mittelalter übliches Verfahren gewählt, man "minderte" das Wappen der Herrschaft. Aus den drei dänischen wurden so die zwei schleswigschen Löwen. Auch in Holstein prangte ursprünglich ein Löwe im Wappen der Schauenburger. Seit Anfang des 12. Jahrhunderts verschwand er jedoch aus dem Wappen. Im überlieferten Siegel blieb nur der gezackte Rand des Schildes. Er erinnerte an die Form eines Nesselblattes. Als solches wurde er schließlich gedeutet. Löwen und Nesselblatt kamen erstmals 1386 im Wappen Gerhards VI. zusammen, als der holsteinische Graf von der dänischen Königin Margarethe auch mit dem Herzogtum Schleswig belehnt wurde. Das Wappen war jedoch noch in vier Felder geteilt. Nur noch zwei Felder, fast schon die heutige Form, sind auf dem Stempelpapier der Glückstädter Kanzlei 1689 zu finden. Ab 1837 findet sich das Wappen auch auf den Knöpfen und Epauletten der schleswig-holsteinischen Ritterschaft; während der Erhebungszeit ab 1848 ziert es Uniformen. Als die Preußen 1867 die Herzogtümer Schleswig und Holstein als eine Provinz annektierten, behielten sie dieses Wappen bei. Die Preußen drehten jedoch die Löwen um. Sie sehen seitdem nicht mehr aus dem Schild heraus, sondern auf das Nesselblatt. Damit wird unterstrichen, daß es sich um ein Allianzwappen handelt.

Am 5. März 1460 erlangte die Ritterschaft in Ripen ein Privileg vom dänischen König Christian I., das unter anderem festlegt, daß das Herzogtum Schleswig (als dänisches) und die Grafschaft Holstein (als deutsches Lehen) "bliven ewich tosamende ungedelt". Es ging dem Adel auch in diesem Passus des Privileges darum, angesichts der eigenen, verwobenen Interessen im Herzogtum und der Grafschaft (siehe Herzogtümer) sicherzustellen, daß er Einfluß darauf behielt, daß beide Gebiete unter einer einheitlichen von ihnen mitbestimmten Herrschaft standen. Im Rahmen der aufkommenden Einheits- und Unabhängigkeitsbewegung in Schleswig und Holstein ab den 1830er Jahren wurde der Passus verkürzt auf "up ewig ungedeelt". Er wurde neu interpretiert, als "historischer" Beleg für einen Anspruch auf Einheit und Eigenstaatlichkeit. Vieles spricht dafür, daß es sich schon damals um ein politisch gewolltes "Mißverständnis" der "Schleswigholsteiner" handelte. Das "up ewig ungedeelt" spielte in seiner propagandistischen Neuinterpretation ab den 1830er Jahre eine entscheidende Rolle im politischen Streit und hält sich wie andere historische Mythen (zum Beispiel dem, das Helgoland gegen Sansibar getauscht wurde, siehe Helgoland-Sansibar-Vertrag) bis heute. Forum der Bestrebungen für ein geeintes und deutsches Schleswigholstein waren ab etwa 1840 Volksfeste. Das Schleswiger Sängerfest vom 24. Juli 1844 wird landläufig als Geburtstag der blau-weiß-roten Landesflagge angesehen. Richtig ist, das Schleswig-Holstein-Lied hatte an diesem Tag seine Premiere. Der Kantor Carl Gottlieb Bellmann schrieb dazu die Musik, der Advokat Matthäus Chemnitz den Text. Die Damen der Schleswiger Sänger steuerten eine Vereinsfahne bei. Blau-weiß-rot wehte zum ersten Mal und wurde überall im Lande begeistert übernommen - so die schöne Geschichte. Es ist jedoch wirklich nur eine nette Geschichte. Rot-weiß-blau wurde bereits ein Jahr früher auf dem Apenrader Volksfest gezeigt. Dieselben Farben führte ein Corps Kieler Studenten schon 1829. Der älteste Hinweis findet sich sogar noch sechs Jahre früher. Im Karzerbuch der Universität ist der trotzige Ausruf eines Studenten notiert: "Roth weiß blau lebe!".




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