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Masematte


Herzlich Willkommen auf meiner Sonderseite "Masematte" hier können sie ein bißchen den geheimen Münster Dialekt lernen.

Wer denkt Masematte sei ein westfälischer Badezimmerteppich oder eine nur in Münster erhältliche Matte für den Aasee, der befindet sich ziemlich auf dem Holzweg. Aber was ist Masematte dann ?

Masematte oder "Kochume rakawele" (die schöne Sprache) ist eine Geheimsprache, die bis in die fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts neben Westfälisch in Münster gesprochen wurde. Auffallend sind die zahlreichen Ausdrücke, die mit Gaunereien und Betrug zusammenhängen, wie zum Beipiel "channefen" für stehlen, "beseibeln" für betrügen oder "fechten" für betteln. Die Sprecher der Masematte gehörten sozialen Randgruppen an und wohnten in bestimmten Vierteln, wie beispielsweise die Tagelöhner in Klein-Muffi in der Nähe des Kanals, die sich durch den Bau des Dortmund-Ems-Kanals eine Arbeit erhofften. Außerdem lebten sie in Pluggendorf am Aasee und nahe dem sich derzeit in der Renovierung befindlichen Hörsaalgebäude am Hindenburgplatz. Mit dem Spruch: "Tasche-, Brink- und Ribbergasse - Messerstecher erster Klasse" wurden die Bewohner um den Hindenburgplatz bezeichnet. Es waren zum Großteil Tagelöhner, kleine Gauner oder fahrende Händler.

Die Entstehung der Masematte (hebräisch für Geschäft, Handel) ist bis heute ungeklärt. Der Wortschatz setzt sich aus jüdischdeutschen Wörtern, Wörtern aus "Gaunersprachen" des ausgehenden Mittelalters, einigen "Zigeunersprachen" und ein paar anderen Sprachen zusammen. Vermutlich hat sich die Geheimsprache der Tagelöhner, die um 1890 ansiedelten, mit der Sprache anderer sozialer Randgruppen vermischt. Ein Anteil an anderen Geheimsprachen geht auf die in Münster lebenden fahrenden Händler zurück.

Die Masematte ist wie die anderen Geheimsprachen auch keine vollständige Sprache, denn geheimsprachliche Wörter gibt es ja nur für etwas was man verbergen oder verheimlichen muss, wie Diebstahl, Geschlechtsverkehr, Betteln oder Zahlen.

Für alles was nicht geheimsprachlich verschleiert wurde, verwendete man Münstersches Platt. Das schlechte Ansehen dieser Sprache resultiert also aus ihrem Gebrauch heraus, andere zu übervorteilen.

Mittlerweile benutzt man gerne ein paar Brocken Masematte, wie zum Beispiel "Leeze" für Fahrrad oder "jovel" (gut) und "schovel" (schlecht). Zudem gab es Volkshochschulkurse und einen Verein zur Wahrung von Münsters Geheimsprache.

 

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